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Klimaschutz und
Ressourcenschonung

Unsere ­Einsatzstoffe­ wollen­ wir­ effizient­ und­ ressourcenschonend einsetzen. Entsprechend konsequent sehen wir auch in unseren selbst erzeugten Grundstoffquellen, etwa dem Wasserstoff, mehr als nur einen Energieträger und setzen ­ihn­ daher ­mit­ Mehrwert­ als­ stoffliche­ Prozesskomponente ein.


Management
Ansatz

Unsere Gesellschaft steht vor großen geopolitischen Heraus­ forderungen, um eine Klimaerwärmung aufzuhalten. Ziel der internationalen Klimapolitik ist es, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius bis zum Jahr 2100 gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Die daraus resultierenden Anforderungen an viele Bereiche unseres täglichen Wirtschaftslebens sind enorm, erfordern die Vorgaben doch nicht weniger als die Transformation gesamter Industriebereiche. Dies betrifft uns im Bereich der Mobilität, aber auch in der chemischen Grundstoffindustrie.
Der Anspruch eines verantwortungsbewussten Umgangs mit natürlichen Ressourcen sowie der Schutz von Klima und Umwelt sind fest in unserer Unternehmenspolitik verankert. Wir sind bestrebt, den Energieverbrauch und den Anfall umweltbelastender Stoffe im Produktionsprozess kontinuierlich zu verringern. Weiterhin arbeiten wir daran, unsere Kunden beim Schutz der Umwelt zu unterstützen. Entsprechend werden klimafreundliche Prozesstechnologien und Rohstoffe weiter an Bedeutung gewinnen und den bisherigen Weg einer zumeist fossilen Industrieproduktion in eine neue Richtung lenken.

Bis 2030 streben wir einen Anteil von Hauptprodukten auf nachhaltiger Rohstoffbasis von konzernweit 70 % an. Bis 2035 wollen wir eine CO2-neutrale Produktion erreichen. Hierfür setzen wir auf effizientere Anlagensteuerung und einen Ausbau unserer CO2 als einsatzstoffverarbeitenden Technologieprojekte, den Einsatz erneuerbarer Energie, für die wir einen größeren Anteil am Gesamtstrommix und damit ausreichende Verfügbarkeit auch für industrielle Großabnehmer erwarten und – sofern erforderlich – die Kompensierung über Ausgleichsmaßnahmen, etwa CO2-Zertifikate. Als Zielsetzung für die Zukunft erstmals auf der Hauptversammlung der Konzern-Muttergesellschaft H&R GmbH & Co. KGaA definiert, haben wir diese Ziele trotz der als Folge des Ukrainekriegs anhaltend veränderten Versorgungslage mit verfügbaren Einsatzstoffen auch 2023 aufrechterhalten.
Konzernweit sind unsere Produktions- und Weiterverarbeitungsstandorte nach den ISO-Normen 9001 (Qualität) und 14001 (Umwelt) zertifiziert. Unsere Produktionsstandorte in Deutschland und die GAUDLITZ GmbH halten zudem Zertifikate nach ISO 45001 (Arbeitsschutz) bzw. 50001 (Energie), über die wir unser Energie-, Ressourcen- und CO2-Management überwachen und steuern. Seit 2012 berichten wir Kennwerte der CO2-Emissionen, des Abwassers und des Abfalls als emittierte Menge je Tonne des Einsatzstoffs. Auf diese Art und Weise lässt sich die Emissionslast besser erfassen als über die absolute Emissionshöhe, zumal diese bei Veränderungen des Set-ups – etwa durch neue Anlagen – regelmäßig variiert. Wir verfolgen dabei das Ziel, bei gesteigerter Wertschöpfungstiefe und besserer Produktionsleistung unseren eigenen Referenzwert aus dem Jahr 2011 nicht zu überschreiten und, wo möglich, zu unterschreiten.

Energieverbrauch und
CO2-Emissionen

Unser Ziel ist es, unsere Produktionsprozesse so weit zu optimieren, dass der Anteil an Spezialitäten möglichst hoch und der Anteil an schlecht oder nur noch in der Verbrennung verwertbaren Komponenten möglichst gering ist. Dabei spielen die Einsatzstoffe eine wesentliche Rolle, denn je besser deren Qualität ist und je spezifischer sie auf die einzelnen Produktionseinheiten zugeschnitten sind, desto größer ist auch die Ausbeute hochwertiger Spezialprodukte.
Die Chemieindustrie steht vor der Herausforderung, dass sie nicht vollständig dekarbonisiert werden kann: Auch in einer treibhausgasneutralen Welt werden weiter hin Kohlenstoff­ quellen als Basis für ihre Produkte benötigt. Entsprechend wollen wir den Anteil an kohlenwasserstoffbasierten Roh­ stoffen (aus biologischen, synthetischen und recycelten Qualitäten) im Einsatz erhöhen und den Anteil rohölbasierter Ausgangsstoffe verringern. Es geht uns somit um den Verzicht von Aus gangsstoffen (Feedstock) auf der Basis fossiler Quellen wie Erdöl. Da nicht­fossile Kohlenstoffquellen wie Biomasse oder die Abtrennung von CO2 aus der Luft aktuell nur begrenzt möglich und/oder sehr teuer sind, kommt darüber hinaus dem Recycling von Kohlenstoffquellen (z. B. über chemisches Recycling/Pyrolyseverfahren) und dem konsequenten Aufbau einer (Kohlenstoff­)Kreislaufwirtschaft für das Erreichen von CO2­Neutralität zentrale Bedeutung zu.

Aber auch der Energieaufwand spielt hier eine wichtige Rolle, denn je größer die Verarbeitungstiefe ist, desto mehr Energie muss für die Herstellung der Produkte aufgewendet werden. Insgesamt ist die Grundstoffchemie eine Industriebranche mit einem hohen Endenergiebedarf, der gegenwärtig vor allem über den direkten Einsatz fossiler Energieträger gedeckt wird. Um energiebedingte Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger zu vermeiden, ist ein hoher zusätzlicher Bedarf an Erneuerbaren Energien im bundesweiten Energiemix notwendig.

Abfall

Aufgrund der Vielfalt der Abfallarten, der Menge, der Komplexität der Entsorgungsverfahren und der Entsorgungskosten hat das operative Abfallmanagement eine hohe Bedeutung für den H&R­Konzern. Gleichzeitig stehen diese Abfälle ganz wesentlich im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Rohstoffen für den Kuppelprozess sowie im Zusammenhang mit den Prozessanlagen der beiden Raffineriestandorte. In den internationalen Weiterverarbeitungs­ und Vertriebsstandorten fallen entweder keine Prozessabfälle an oder nur geringe Mengen, die nicht zu einer Konzernabfallbilanz zusammen­ gefasst werden. Entsprechend bezieht sich das im Folgenden dargestellte Abfallaufkommen ausschließlich auf unsere beiden Produktionsstandorte in Deutschland.
Ziel unseres Abfallmanagements ist es, für eine fachgerechte Entsorgung der Abfälle zu sorgen und dabei die gesetzlichen Rahmenbedingungen einzuhalten. Zugleich wollen wir Beein trächtigungen der Allgemeinheit, die sich aus den Abfällen bzw. der abfallwirtschaftlichen Tätigkeit ergeben könnten, vermeiden. Soweit möglich, streben wir statt der Abfallbeseitigung auch die Abfallvermeidung bzw. ­verwertung an.
Für die Raffineriestandorte ergibt sich der gesetzliche Rahmen durch § 60 Abs. 2 des Gesetzes zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen (Kreislaufwirtschaftsgesetz  – KrWG). Weitere Anforderungen ergeben sich aus der wiederkehrenden Zertifizierung nach ISO­Norm 14001.

Wichtigste Maßnahme, um den Anforderungen zu entsprechen, ist die Funktion des sogenannten Abfallbeauftragten. Er prüft an den Standorten Hamburg und Salzbergen den Umfang und die Durchführung abfallrechtlicher Vorgänge. Dies beinhaltet insbesondere auch Fragen der fachgerechten und gesetzeskonformen Entsorgung. Die Klassifizierung des Abfalls, die Auswahl der jeweils spezialisierten Entsorger und die Einhaltung der Anforderungen wird für beide Standorte zudem durch eine externe und unabhängige Firma überprüft. Sie unterstützt zugleich die Arbeit des Abfallbeauftragten bei internen Audits und Audits der Entsorger und sichert somit die Einhaltung von Gesetzen, Bestimmungen, Prüfpflichten und Verordnungen zusätzlich ab. Insgesamt sichern wir so die Leistungsfähigkeit unseres Abfallmanagements.

Wasser und
Abwasser

Der sorgsame und bewusste Umgang mit Wasserressourcen ist ein Thema, das vom H&R­Konzern als wesentlich ein ge­ stuft wird. Gleichzeitig stehen die benötigten Wassermengen im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Rohstoffen für den Kuppelprozess sowie im Zusammenhang mit den Prozess­ anlagen der beiden Raffineriestandorte. In den internationalen Weiterverarbeitungs­ und Vertriebsstandorten fallen entweder keine Abwässer an oder nur geringe Mengen, die nicht zu einer Konzernabwasserbilanz zusammengefasst werden. Ent­ spre chend bezieht sich das im Folgenden dar gestellte Ab­ wasser aufkommen ausschließlich auf unsere beiden Raffinerie standorte in Deutschland. Unsere Wasserquellen dort sind lokale Versorger. Der Standort Salzbergen bezieht darüber hinaus Flusswasser, das der Ems entnommen und in auf bereiteter Form als Prozess­ und Kesselspeisewasser in der Dampfversorgung genutzt wird. Das Flusswasser wird auch zum Ausgleich von Verdampfungsverlusten im Kühlwasser­ kreislauf eingesetzt. Um Wasser zu sparen, nutzen wir unser Kühlwasser im Prozess teilweise mehrfach.

Der überwiegende Teil des in unseren Raffinerien benötigten Wassers wird zur Kühlung eingesetzt. Es kommt nicht mit unseren Produkten in Berührung und kann der Umwelt direkt wieder zugeführt werden. Für beide Raffineriestandorte bestehen wasserrechtliche Genehmigungen zur Entnahme und Rückführung. Nur ein geringer Teil des Wassers wird direkt in unseren Raffinerieprozessen eingesetzt.


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