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Gesellschaftliche
Verantwortung

Als Gesellschaft, die sich bei ihrem Handeln der Rolle des Unternehmens in der Gesellschaft und der gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist, bewegt sich H&R in einem ständig wachsenden regulatorischen Rahmen und nutzt dennoch die Möglichkeiten zur eigenen Entfaltung.

Geschäftsmodell und Strategie
der H&R KGAA

Mithilfe moderner Raffinerien und intelligenter Verfahren gewinnen wir aus Rohölderivaten mehr als 800 hochwertige chemischpharmazeutische Spezialprodukte wie z. B. kennzeichnungsfreie Prozessöle, Weißöle oder Paraffine. Präzisionskunststoffteile runden unser Angebot ab. Unsere Erzeugnisse sind ein wichtiger Baustein in den Prozessen und Produkten zahlreicher Branchen, beispielsweise der Automobilindustrie.

Über ein organisch gewachsenes Netzwerk produzieren und vertreiben wir unsere Erzeugnisse heute weltweit. Wir setzen sowohl auf eigene Weiterverarbeitungsanlagen und Vertriebseinheiten als auch auf Produktionspartnerschaften. Dadurch wollen wir unseren Erlösanteil im Segment ChemPharm Sales steigern.

Strategie

Im Segment ChemPharm Refining stehen wir aktuell vor der Herausforderung eines zunehmenden Wettbewerbs im Grundölmarkt. Aus diesem Grund haben wir Strategien entwickelt, mit denen wir das Betriebsmodell der Hamburger Raffinerie weiterentwickeln wollen. Dem Wettbewerb beim Grundöl wollen wir begegnen, indem wir beispielsweise den Anteil an Grundölen in unserer Produktion stark reduzieren und unsere Produktion stattdessen auf hochwertige Spezialitäten fokussieren. Dieser Ansatz brachte im Zuge der  COVID-19-Pandemie neue Herausforderungen mit sich. Rohstoffe und Zwischenprodukte, mit denen wir unsere Prozesse flexibilisieren wollten, waren nicht oder nur in unzureichendem Maß am Markt verfügbar, weil die von uns identifizierten Lieferanten ebenfalls unter den Lockdown-Bedingungen agieren oder aber einem veränderten Abnahmeverhalten gerecht werden mussten.

Gleichzeitig rücken wir das Thema Nachhaltigkeit mit unserer 3-Säulen-Strategie stärker in den Fokus: Sie umschreibt unsere Transformation von der Nutzung überwiegend mineralölbasierter Rohstoffe, über eine vermehrte Nutzung von nachwachsenden Komponenten bis hin zu synthetischen Qualitäten. Diese wollen wir gewinnen, indem wir aus Wasserstoff und CO2 methanisierte langkettige Kohlenwasserstoffverbindungen in unseren Raffinerieprozessen einsetzen. Den Wasserstoff gewinnen wir aus der Elektrolyse von Wasser mithilfe von Windstrom, das CO2 waschen wir aus den Rauchgasen unserer thermischen Abfallrückgewinnung aus. Wegen des hohen Mülltrennungsgrades weist der dort als Rohstoff eingesetzte Müll einen hohen biogenen Anteil aus, sodass das so gewonnene CO2 ebenfalls als „grün“ anzusehen ist.

Für unsere Produktionsstandorte in Deutschland haben wir folgerichtig das langfristig orientierte Zielbild der „Grünen Raffinerie“ ausgegeben: Dieser Vorsatz reflektiert unser Bestreben, den Anteil an Verbrennungsprodukten auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und innerhalb der nächsten zehn Jahre die Produktion deutlich auf eben diese synthetisierten Spezialitäten auszuweiten. Auch hier steht der stoffliche Einsatz bei uns oder bei unseren Kunden im Vordergrund. Im Bereich Präzisionskunststoffe planen wir, die H&R-Tochter GAUDLITZ GmbH auch im Zuge des Wandels vom Verbrennungsmotor hin zu einer wachsenden E-Mobilität als Produzent langlebiger Kunststoffkomponenten zu etablieren. 2021 dürfte zum Schlüsseljahr für die Automobilbranche werden.

Perspektivisch wächst nicht nur der Markt für Plug-in-Hybride, für den Experten durchaus ein prozentual zweistelliges Wachstum in Europa als realistisch ansehen, sondern auch der Markt für vollelektrische Fahrzeuge. Möglicherweise wird dies nicht für alle Branchenteilnehmer eine gute Nachricht sein, da die neue Antriebstechnik gerade für klassische Zulieferer mit ihren zum Teil hohen Umsätzen bei verbrennungsmotorischen Komponenten eine große Herausforderung darstellen könnte. Bereits heute kommen Kunststoffteile der GAUDLITZ jedoch differenziert zum Einsatz und beschränken sich nicht auf klassische Verbrennungsantriebe. Insofern könnte es für die GAUDLITZ unerheblich sein, ob diese Fahrzeuge rein elektrisch oder durch Wasserstoff angetrieben werden.

Der von uns verfolgte, übergeordnete strategische Ansatz lässt sich als G.A.T.E., als „Tor zur Zukunft“, beschreiben: Entsprechend unserem Ziel der weiteren Internationalisierung sehen wir uns als Global denkendes Unternehmen. Gleichzeitig verbinden wir uns mit den Regionen und agieren lokal vor Ort. Der wichtigste Treiber für unser wirtschaftliches Schaffen ist unsere Nähe zum Markt, die uns Anwendergetrieben und mit einem tiefen Verständnis für die Spezifikationen und Bedürfnisse unserer Kunden handeln lässt. Dabei bleiben wir stets TechnoVativ, indem wir unsere Standorte technologisch auf dem bestmöglichen Stand halten und nach innovativen Lösungen für die Prozesse und Produkte suchen. Erfolgreich verbinden wir Ökonomie und Ökologie: Wir handeln wirtschaftlich sinnvoll und im Einklang mit einer bewussten Ressourcennutzung. So potenzieren wir beide Welten miteinander und gehen mit Eco², das heißt „Ecology X Economy“, einen wesentlichen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.

Lieferanten-
Management

Die H&R-Produktions- und Weiterverarbeitungsstandorte nutzen zur Sicherung ihres Rohstoffbedarfs ein flexibles Netz an Lieferanten. In der Regel sind dies andere Raffinerien, die zum Teil von namhaften Ölkonzernen aus dem Bereich der Kraftstoffraffination betrieben werden.

Unseren Lieferanten kommunizieren wir einen H&R-weit gültigen Verhaltenskodex mit der Erwartung, dass die dort aufgeführten Grundsätze respektiert und eingehalten werden. Der Kodex basiert auf den anerkannten Grundsätzen der Nachhaltigkeit: dauerhaftes wirtschaftliches Wachstum, die Achtung der Umwelt, schonende Nutzung von Ressourcen, Schutz der Arbeitnehmer und die Verbesserung der Lebensqualität heutiger und zukünftiger Generationen.

Die Einhaltung dieses Verhaltenskodex ist fester Bestandteil des Lieferantenauswahl- und Lieferantenbewertungsprozesses bei der H&R-Gruppe. Wir überprüfen seine Einhaltung durch Lieferantenaudits auf Grundlage der ISO 9001. So wird kein Lieferant ohne Durchführung eines Audits in unser System aufgenommen. Gibt es im Laufe der Vertragsbeziehung Reklamationen oder Anhaltspunkte für einen Verstoß, wird das Audit wiederholt.

Stellen wir wesentliche Verstöße gegen den Verhaltenskodex fest, betrachtet H&R dies u. a. als Verletzung des Vertragsverhältnisses. In einem ersten Schritt fordern wir den Lieferanten auf, den Verstoß zu beheben. Wenn dieser Aufforderung nicht zufriedenstellend nachgekommen wird, behalten wir uns vor, das Vertragsverhältnis zu beenden. Im vergangenen Jahr hat es keinen Verstoß seitens eines Lieferanten gegen unseren Kodex gegeben.

Wesentliche
Risiken

Laut CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) müssen wir die wesentlichen Risiken berichten, die mit unserer Geschäftstätigkeit verbunden sind, deren Eintritt sehr wahrscheinlich ist und die schwerwiegende negative Auswirkungen auf die nichtfinanziellen Aspekte und auf das Geschäftsmodell haben können. Als erfolgsorientiertes und verantwortungsbewusstes Unternehmen betreiben wir ein konzernweites integriertes Risiko- und Chancenmanagement.

Unser Ziel ist, relevante Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten, zu kommunizieren und sie zu steuern, um Schäden von unserem Unternehmen abzuhalten oder sie zu begrenzen. Auch relevante Chancen wollen wir frühzeitig erkennen, sodass wir sie optimal für uns nutzen können.

Unserem Risikomanagement liegt ein strukturierter Prozess zur Erfassung von Risiken und deren Steuerung zugrunde. Dabei beziehen wir auch Nachhaltigkeitskriterien in die Risikoanalyse aber vor allem auch in die Chancenanalyse mit ein. So sehen wir zum Beispiel die Abkehr vom Verbrennungsmotor und die Förderung der E-Mobilität als Aspekt der Nachhaltigkeit, betrachten dies aber weniger als Risiko denn als Chance.

Alle relevanten Risiken werden konzernweit einheitlich klassifiziert. Die Einstufung als geringes, mittleres oder hohes Risiko ergibt sich dabei aus den Parametern „Eintrittswahrscheinlichkeit“ und „Potenzielle finanzielle Auswirkung“. Die daraus resultierende Risiko klassifizierungsmatrix ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Im Risikoprozess wird nach Umfeld- und Branchenrisiken, operativen und unternehmensstrategischen Risiken sowie Finanzrisiken unterschieden. Es werden auch produktionstechnische Risiken erfasst, die Risiken aus dem Betrieb der Anlagen oder Unfälle einschließen und Mensch und Umwelt schädigen können, sowie Risiken aus der Produkthaftung und Personalrisiken. Die genannten Risiken werden bereits über unser konzernweites Risikomanagement gesteuert und in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

Für keines der Unternehmensrisiken wurden eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit und potenziell schwerwiegende Auswirkungen auf unser Geschäft oder unsere Geschäftsbeziehungen identifiziert. Es wurden darüber hinaus keine wesentlichen Risiken identifiziert, die durch unsere Geschäftstätigkeit entstehen und potenziell schwerwiegende Auswirkungen auf die Belange des CSR-RUG haben.

NACHHALTIGKEITS­VERSTÄNDNIS UND
WESENT­LICHE THEMEN VON H&R

Als Teil einer inhabergeführten Unternehmensgruppe bildet Nachhaltigkeit seit jeher das Fundament unserer Unternehmenspolitik. Wir sind überzeugt, dass die Erfolge, die aus Qualitätsmanagement, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Compliance erwachsen, nicht nur unsere Reputation erhöhen, sondern auch unsere Wirtschaftlichkeit und damit die nachhaltige Steigerung unseres Unternehmenswertes und unsere Zukunft sichern.

Diese Überzeugung drückt sich in unserem Leitsatz „Öl ist zum Verbrennen viel zu schade!“ aus, der uns zu maximaler Ressourcenschonung sowie zum konsequenten Umweltschutz verpflichtet. Gleichzeitig nehmen wir unsere Verantwortung als Arbeitgeber wahr und räumen der Sicherheit und der Förderung unserer Mitarbeiter höchste Priorität ein.

Diese Aspekte kombinieren wir mit dem Ziel, unsere Prozesse in Produktion und begleitenden Dienstleistungen fehlerfrei zu steuern und kontinuierlich zu verbessern. Nur so können wir auch in Zukunft die einwandfreie Ausgangsqualität unserer Produkte sicherstellen und damit unser Qualitätsziel erfüllen: dem Verbraucher hochwertige, sichere und gesundheitlich unbedenkliche Produkte anzubieten.

Diesen Weg gehen wir mithilfe eines integrierten Managementsystems (IMS), das alle Unternehmensprozesse umfasst und deren Abläufe beschreibt. Das IMS berücksichtigt gleichrangig die Aspekte des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, des Umweltschutzes sowie Qualitätsanforderungen, die sich unter anderem aus den Anforderungen international anerkannter Zertifizierungen (z. B. ISO 9001, ISO 14001, OHSAS 18001, ISO 13485, ISO 50001, ISO/TS 16949, IATF 16949) ergeben. Eine externe, unabhängige Prüfstelle testet das IMS regelmäßig auf die Einhaltung der Anforderungen.

Als Spezialchemieunternehmen stehen wir mit unserem Geschäftsmodell vielfältigen Herausforderungen gegenüber. Eine wesentliche Aufgabe ergibt sich aus unserer Wertschöpfungstiefe: Die Verarbeitungstiefe, durch die wir hochwertige Spezialitäten herstellen, übertrifft bei Weitem die anderer Raffinerien, deren Prozesse mit der Erzeugung von Kraftstoffen und Grundölen enden. Dadurch ist unser Prozess mit einem energetischen Mehraufwand und höherem Ressourcenverbrauch verbunden.  

Als weitere Herausforderung stufen wir den demografischen Wandel ein. Dieser macht es erforderlich, qualifizierte Arbeitskräfte langfristig an uns zu binden. Dies kann nur gelingen, wenn wir unseren Beschäftigten gute und zukunftssichere Arbeitsplätze bieten und uns als verantwortungsvoller Arbeitgeber positionieren.

Zudem verändert sich der Fokus unserer Kunden: Sie fordern heute nicht nur die gleiche bewährte Produktqualität, sondern erwarten vom H&R-Konzern, dass dieser in der Lage ist, Produkte möglichst zertifiziert und umweltverträglich zu liefern.

Richtlinien, die ein ethisches Handeln garantieren sollen, gewinnen mehr und mehr an Bedeutung und schließen neben dem eigenen Unternehmen sämtliche Partner mit ein – und dies vor-, aber auch nachgelagert zur eigenen Wertschöpfungskette.

Eine besondere Herausforderung – und das auf mehr als nur einer Ebene – stellte im abgelaufenen Jahr ohne Zweifel die COVID-19-Pandemie dar. Vor allem die Bemühungen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens führten zu einer enormen direkten Belastung für Volkswirtschaften und gesellschaftliche Strukturen weltweit. Mittelbar nahmen die daraus resultierenden Schließungen wichtiger Schlüsselindustrien und die verlangsamte Entwicklung an den globalen Wachstumsmärkten vor allem in der ersten Jahreshälfte wesentlichen Einfluss auf die konjunkturellen Rahmen- und Marktentwicklungen.

Gleichzeitig galt in dieser Phase hoher wirtschaftlicher Volatilität unser Hauptaugenmerk selbsterständlich dem Gesundheitsschutz unserer Mitarbeiter, für die wir umfangreiche logistische und administrative Schutzmaßnahmen ergriffen.

Ein Unternehmen wie H&R muss gegenüber Shareholdern Verantwortung zeigen, das heißt gegenüber den Mehrheitsgesellschaftern und Aktionären, die ein ureigenes Interesse an der Entwicklung des Unternehmens haben. Aber auch weitere Stakeholder, unsere Anspruchsgruppen, üben Einfluss aus: Ohne Mitarbeiter funktioniert das Geschäft nicht. Ohne zuverlässige Rohstofflieferanten lässt sich kaum etwas produzieren. Für die wirtschaftlich erfolgreiche Existenz sind vor allem Kunden, die unsere Produkte nachfragen, unerlässlich. Hinzu kommen Finanzierungspartner und Analysten sowie Stakeholder aus Politik und Zivilgesellschaft, Medien und der Öffentlichkeit.

All diese Anspruchsgruppen sind heutzutage medial miteinander vernetzt, beeinflussen sich gegenseitig und stellen ihre Forderungen an das Unternehmen. Gleichzeitig sind der Informationsaustausch und die Meinungsbildung durch die Transparenz des Internets deutlich schneller geworden. Unsere Aufgabe ist, allen Akteuren zielgruppenspezifische Informationen zur Verfügung zu stellen und einen aktiven Dialog zu gestalten.

Einen wichtigen Beitrag zu unserer Kommunikation leistet unser Reporting. Es gewährt einen Einblick, wie wir interne Strukturen und Prozesse gestalten, welche Ziele wir uns setzen und welche Maßnahmen wir ergreifen, um auf unserer Leistung aufzubauen und das Unternehmen konsequent weiterzuentwickeln. Den von uns geschätzten direkten Dialog konnten wir 2020 nur eingeschränkt pflegen. Indem wir verstärkt auf digitale Kommunikationsmittel setzen, gelang es uns, dennoch in Kontakt zu treten bzw. zu bleiben, ganz gleich, ob im Rahmen größerer Veranstaltungen wie der jährlichen Hauptversammlung, bei Fachkonferenzen oder in vielen Einzelgesprächen mit Vertretern von Politik oder Behörden.

2017 haben wir erstmals die relevanten nichtfinanziellen Themen intern sowie mit einer externen Beratung zusammengetragen und mit der Geschäftsführung abgestimmt. Dabei wurde die Wertschöpfungskette des H&R-Konzerns berücksichtigt sowie die Themen, die bis 2017 im Kapitel „Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren“ des Geschäftsberichts der Gesellschaft berichtet wurden.

Die wesentlichen Themen ergeben sich vor allem aus den genannten Herausforderungen und unserem Umgang damit sowie aus relevanten Branchen- und Umfeldentwicklungen.

Darüber hinaus steht die Gesellschaft unterjährig mit den relevanten Stakeholdern in Kontakt. Dies, obwohl zumeist bilateral auf Abteilungsebene, liefert der Unternehmensleitung ein zusammenfassendes Bild unserer Positionierung innerhalb der relevanten Wettbewerbs-, Markt- und vor allem Gesellschaftsvernetzung über verschiedene Berichts- und Entscheidungsebenen hinweg. Eine Wesentlichkeitsanalyse unter Einbeziehung interner und externer Stakeholder ist für diesen NfB nicht erfolgt.

Die wesentlichen Themen, die wir für uns aus den oben genannten Herausforderungen im Sinne des CSR-RUG ableiten, lauten:

Gesellschaftliches
Engagement

An seinen Produktionsstandorten ist der H&R-Konzern nicht nur Unternehmen und Arbeitgeber, sondern auch Nachbar. Anregungen und Beschwerden aus der Bevölkerung gehen wir entsprechend nach, die Abhilfe erfolgt zumeist direkt und unbürokratisch. Darüber hinaus präsentiert sich H&R an den Standorten mit regelmäßigen Veranstaltungen wie dem „Tag der offenen Tür“ oder ganz konkret in Hamburg im Zuge der „Langen Nacht der Industrie“. Im Zuge der COVID-19-Pandemie mussten solche Veranstaltungen im Jahr 2020 selbstverständlich zurückstehen.

Ein übergeordnetes konzernweites Konzept hinsichtlich des sozialen Engagements verfolgt H&R bislang nicht. Gleichwohl nehmen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung ernst. Soziale Aktivitäten führen unsere Standorte in Eigenverantwortung, angepasst an die länderspezifischen Gegebenheiten, durch. In Deutschland unterhalten wir z. B. die Landmann-Stiftung, mit der ein oder zwei Studenten im Jahr in unseren Fachrichtungen (Chemie bzw. Ingenieurwissenschaften) gefördert werden.

Darüber hinaus engagiert sich der H&R-Konzern im Bereich der Sport- und Jugendförderung und unterstützt verschiedene Einrichtungen finanziell. Die jährliche Summe bewegt sich im moderaten fünfstelligen Bereich. Besonders stolz sind wir auf viele engagierte Mitarbeiter, die sich an den Standorten freiwillig und ehrenamtlich engagieren, sei es kirchlich, sozialpolitisch oder nachbarschaftlich. Sie bewegen vor allem dort etwas, wo nicht allein finanzielle Mittel, sondern auch helfende Hände gefragt sind.

Zu diesem Hands-on-Ansatz passt auch das folgende Beispiel: Bereits im Frühjahr hatte die Unternehmensleitung in Hamburg die Kollegen in China um die Beschaffung dort erhältlicher Masken zum Schutz vor dem Sars-CoV2-Virus gebeten, da zu dem Zeitpunkt in Deutschland noch keine Masken in ausreichender Stückzahl zu bekommen waren. Als sich die Versorgung mit medizinischen Masken auch bei uns problemlos regeln ließ und wir die Versorgung unserer Mitarbeiter in den Raffinerien gewährleisten konnten, spendeten wir die aus China erhaltenen hochwertigen FFP2/3-Masken der Stadt Hamburg zur Weitergabe an das medizinische Personal in der Hansestadt.


Achtung von
Menschenrechten

Zu einer guten Compliance gehört die Einhaltung von anerkannten Menschenrechten an unseren Standorten sowie in unseren Geschäftsbeziehungen. Dies beinhaltet vor allem den Schutz der persönlichen Würde und der Privatsphäre jedes Einzelnen.

Zudem erkennen wir die Rechte auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit gegenüber Mitarbeitern und/oder Geschäftspartnern an.

Die Einhaltung von Menschenrechten ist in unserem Verhaltenskodex und in unserer Unternehmenspolitik festgeschrieben.

Um auch in unserer Lieferkette sicherzustellen, dass Menschenrechte beachtet werden, sind sowohl unsere Unternehmenspolitik als auch ein separater Lieferantenkodex Bestandteil der Vertragswerke mit unseren Lieferanten.

Wenn ein Lieferant einen Subunternehmer beauftragt, hat er sicherzustellen, dass dieser alle Verpflichtungen kennt und einhält, die unser Lieferant mit uns eingegangen ist. Eine Überprüfung dieser Themen erfolgt nicht explizit, es erfolgen jedoch generelle Lieferantenaudits durch die zuständigen Fachabteilungen bzw. Gesellschaften.


Bekämpfung von Korruption
und Bestechung

Die H&R misst dem korrekten Umgang mit Geschäftspartnern, Kunden und Behörden eine große Bedeutung bei. Dazu gehört auch, dass alle Mitarbeiter im geschäftlichen Umgang jeden Anschein von Unredlichkeit oder Bestechlichkeit vermeiden.

Die Bekämpfung von Korruption und Bestechung nimmt daher eine zentrale Stellung in unserem Compliance Management System ein.
Unser Verhaltenskodex legt klar fest, dass Vergabeentscheidungen ausschließlich aufgrund einer Leistungsbewertung erfolgen. Entsprechend erzielen wir unsere Erfolge durch die Qualität unserer Leistung und dulden keine Form der Korruption oder sonstige unlautere Geschäftspraktiken, die zu einer Vorteilsgewinnung führen könnten. Daher enthält der Verhaltenskodex auch eindeutige Regelungen zu u. a. der Gewährung oder Annahme von Vergünstigungen oder Geschenken, der Teilnahme an vorwiegend nicht geschäftlichen Veranstaltungen oder Sponsoring.

Im Rahmen der Unterweisung zum Verhaltenskodex werden unsere Mitarbeiter auch zum Thema Korruption geschult. Darüber hinaus können sie sich in Zweifelsfällen jederzeit an den Compliance-Manager, ihren Vorgesetzten oder die Geschäftsführung wenden. Korruptionsfälle sind im Berichtsjahr nicht bekannt geworden.

Antworten von
Niels H. Hansen

Niels H. Hansen leitet die Geschicke der H&R GmbH & Co. KGaA seit Mitte 2019 als alleiniger Geschäftsführer.

Was verbinden Sie als Unternehmenslenker mit dem Begriff „Balance“ – auch in Zeiten der Pandemie?

NHH Für mich bedeutet es, die Vielfältigkeit an Themen und Aufgaben, die unser Geschäft so besonders machen, so zu vereinen und zu steuern, dass wir stabil auf Kurs bleiben.

In den letzten beiden Jahren bedeutete dies, dass zu den komplexen Themen, die unseren Alltag bestimmen, der weltweiten Wettbewerbssituation und unseren Innovationsprojekten noch neue, sehr anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen waren. Vor allem die digitale Zusammenarbeit hat uns dabei maßgeblich beschäftigt, z. B. mussten wir für möglichst viele Mitarbeiter die Möglichkeiten des mobilen Arbeitens schaffen und Veranstaltungen wie unsere jährliche Hauptversammlung rein virtuell durchführen. Am wichtigsten war für uns dabei immer, die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter weltweit zu gewährleisten, was uns im gesamten Jahresverlauf sehr gut gelungen ist.