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Zusammen
stark

Das vergangenen Jahre haben von uns Distanz gefordert und uns zugleich doch näher gebracht.
Als Team haben uns die letzten Jahre enger zusammengeschweißt.

Der Erfolg unseres Unternehmens beruht ganz wesentlich auf den Kompetenzen, der Leistungsfähigkeit und dem Engagement unserer Mitarbeiter. Diese Erfolgsfaktoren auch dauerhaft zu erhalten, ist daher von immenser Bedeutung.

Im letzten Jahr jedoch standen nicht nur wir, sondern globale Volkswirtschaften vor dem Problem, dass eine unfassbar winzige Ursache mit jedoch gigantischen Auswirkungen als gesamtgesellschaftliche Herausforderung zu meistern war. Bedingt durch die COVID-19-Pandemie war 2020 eine der größten Aufgaben, in kürzester Zeit möglichst viele Mitarbeiter elektronisch zu vernetzen. Mobiles Arbeiten und moderne Konferenztechnik ersetzten das bisherige persönliche Miteinander. Aus dem Treffen im Besprechungsraum wurde ein virtuelles Zusammenkommen, und dies auf allen Ebenen: vom Treffen einzelner Abteilungen bis hoch zu den regelmäßigen Sitzungen des Aufsichtsrates. Sogar die jährliche Hauptversammlung der börsennotierten H&R GmbH & Co. KGaA fand 2020 als virtuelle Veranstaltung statt.

Der Verzicht auf den persönlichen Umgang miteinander war für alle ein Kraftakt und dennoch eine Umstellung, die uns eindrucksvoll gelang. Das oberste Ziel dieser Bemühungen, den Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter an unseren Raffineriestandorten zu gewährleisten und damit das Herzstück unserer Unternehmensgruppe weiterhin kraftvoll schlagen zu lassen, haben wir bis zum Jahresende nicht aus den Augen verloren.

Unsere Maßnahmen haben wir auf die sich verändernden Erfordernisse abgestimmt, in regelmäßigen Abständen neu bewertet und über alle Ebenen durch Meetings und feste Ansprechpartner für Einzelfragen in die Organisation hineingetragen. Beherztes Vorgehen und im Vorfeld klar abgestimmte Abläufe sorgten dafür, dass die wenigen mittelbaren bzw. unmittelbaren Verdachtsfälle schnell und umfassend adressiert wurden.

Im Ergebnis belohnten wir uns hierfür mit einem angesichts der enormen Herausforderungen nahezu vollständig Corona-freien Geschäftsbetrieb und einer gesunden Belegschaft an nahezu allen Standorten.

Und damit nicht genug: Auch 2020 haben neue Mitarbeiter mit von H&R benötigten speziellen Fachausrichtungen den Weg zu uns gefunden, die einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens leisten.

Der H&R-Konzern benötigt sowohl für die Produktions- als auch für die Weiterverarbeitungsstandorte qualifizierte Mitarbeiter, um die Unternehmensziele zu erreichen. Die Gewinnung und die Bindung von Mitarbeitern stehen daher im Fokus der Personalaktivitäten. Wir setzen zum einen auf die eigene Ausbildung von Nachwuchskräften und zum anderen auf attraktive Entlohnung und persönliche Weiterbildungsmöglichkeiten, um qualifizierte Mitarbeiter langfristig an den H&R-Konzern zu binden. Eine besondere Herausforderung für das Personalmanagement des H&R-Konzerns ergibt sich dabei aus den jeweiligen Gegebenheiten der lokalen und regionalen Arbeitsmärkte, da sich diese teilweise stark in ihren Merkmalen, z. B. hinsichtlich Demografie und Bildungsniveau, unterscheiden.

Höchste Priorität für den H&R-Konzern haben darüber hinaus die Sicherheit der Mitarbeiter und der Erhalt ihrer Arbeitsfähigkeit, welche wir über strenge Vorgaben zur Arbeitssicherheit und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung erhalten.

In der Personalarbeit werden wir neben der lokalen Gesetzgebung von unseren weltweit verbindlichen Richtlinien wie dem Code of Conduct, der Unternehmenspolitik sowie unserem Compliance-Handbuch geleitet.

Den standort- und länderspezifischen Unterschieden wird der H&R-Konzern durch die Organisation des Personalmanagements gerecht: Es bestehen lokale Personalabteilungen an den Standorten, deren Personalmanagementansätze auf die länderspezifischen Erfordernisse ausgerichtet sind. Unterstützt werden sie von der Personalleitung in Hamburg, die die generellen Leitlinien für unser globales Personalmanagement festlegt.

Mitarbeiter
Struktur

Die Mitarbeiterzahl des H&R-Konzerns verringerte sich zum Jahresende 2020 um 40 auf 1.585 Personen (31. Dezember 2019: 1.625). Die Aufteilung nach Bereichen ist dabei wie folgt:

Das Gros unserer Mitarbeiter wird in den inländischen Raffinerien in Hamburg und Salzbergen (699 Personen (31. Dezember 2019: 709)) sowie am Standort der GAUDLITZ GmbH in Coburg (147 Personen (31. Dezember 2019: 232)) eingesetzt. Insgesamt waren an diesen Standorten zum Ende des Berichtszeitraums genau 846 Personen (31. Dezember 2019: 941) beschäftigt. Der Anteil weiblicher Mitarbeiter hieran (159 Personen) verringerte sich von 21,6 % auf 18,8 % und blieb damit für ein produzierendes Unternehmen mit Vollschichtbereichen nach eigener Einschätzung immer noch recht hoch.

Die Altersstruktur unserer inländischen Mitarbeiter ist in den vergangenen Jahren im Wesentlichen konstant geblieben. Im Berichtszeitraum stellten die 51- bis 60-Jährigen den stärksten prozentualen Anteil. Damit weist die Altersverteilung unserer Mitarbeiter eine für deutsche Industrieunternehmen typische Struktur auf.

Wir brauchen die Fähigkeiten und das Engagement jedes Mitarbeiters. Die Verschiedenheit der bei uns beschäftigten Menschen sehen wir als Bereicherung.

Schwerbehinderte und gesundheitlich eingeschränkte Mitarbeiter unterstehen dabei einem besonderen Schutz. Sind Mitarbeiter gesundheitlich eingeschränkt, so arbeiten wir eng mit relevanten Stellen zusammen und finden Lösungen, damit sie an ihrem Arbeitsplatz bleiben oder auf eine geeignete Stelle wechseln können. Dadurch gelingt es uns, Fachkräfte an uns zu binden und langjähriges, wertvolles Wissen bei H&R zu erhalten.

Im Jahr 2020 betrug die Gesamtzahl der Mitarbeiter mit Schwerbehinderung an den deutschen Standorten 17, ihr rechnerischer Anteil lag somit bei 2,0 %.

Mitarbeiter
Gewinnung und Bindung

Bei der Mitarbeitergewinnung setzen wir vor allem auf die klassischen Kanäle wie Personalberater, Stellenportale, Anzeigen oder unsere eigene Website.

Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Gewinnung junger Mitarbeiter im Rahmen einer Ausbildung zum Chemikanten und Laboranten. Für Mitarbeiter mit Berufserfahrung sind wir durch leistungsorientierte Vergütungsmodelle und  flache Hierarchien ein attraktiver Arbeitgeber.

An den deutschen Standorten unterliegen die Beschäftigungsverhältnisse überwiegend den tariflichen Bestimmungen. Darüber hinaus bieten wir unseren Mitarbeitern flexible Arbeitszeitmodelle (Teilzeitregelungen, Vertrauensarbeitszeit), die – soweit in den Prozessen und aufgrund betrieblicher Erfordernisse wie zum Beispiel Schichtarbeit möglich – auch genutzt werden. So machten 2020 rund 4,8 % unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den beiden Raffineriestandorten von ihrem Anspruch auf Elternzeit Ge-brauch. Am Standort Coburg lag der Wert auf dem exakt gleichen Niveau. Außerdem bieten wir zahlreiche individuelle, innerbetriebliche Weiterbildungsmöglichkeiten, um unsere Mitarbeiter langfristig an uns zu binden.

In der COVID-19-Pandemie hatten unsere Mitarbeiter besondere Herausforderungen zu meistern, da neben den geschilderten beruflichen Einschränkungen natürlich auch das private Umfeld durch Lockdown-Maßnahmen und Schließungen von Schulen und Kindertagesstätten unter Druck geriet. Um diese Belastungen abzumildern, haben Führungsverantwortliche, Arbeitnehmervertreter und Arbeitnehmer gemeinsam gehandelt und vor allem flexibel agiert und sich so gegenseitig unterstützt.

Unsere Mitarbeiter zeichnet eine hohe Verbundenheit mit dem H&R-Konzern aus. Dies drückt sich besonders in ihrer langen durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit und der insgesamt geringen Fluktuation an den inländischen Standorten aus.

Die Fluktuationsquote berechnen wir ausschließlich auf Basis der Eigenkündigungen von Mitarbeitern. Ein Ausscheiden aus Altersgründen bleibt unberücksichtigt, da hierfür in der Regel neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Unsere Quote an den beiden deutschen Raffineriestandorten ging 2020 noch einmal deutlich zurück und lag bei 1,73 % (2019: rund 5,0 %) und liegt damit weit unter den üblichen zweistelligen Fluktuationsraten der in Deutschland sozialversicherungs-beschäftigten Arbeitnehmer. Für den Standort Coburg lag die Fluktuationsquote – nicht zuletzt aufgrund der volatilen Situation in der deutschen Automobilbranche – bei rund 14 %.

Aus- und Weiter-
bildung

Da wir im internationalen Wettbewerb nur mit hervorragend ausgebildeten Mitarbeitern bestehen können, verstehen wir unsere Ausgaben für Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen als Investition in die Zukunft unseres Unternehmens.

Bei der Auswahl der jeweiligen Fortbildungsmaßnahmen verfolgen wir einen individuellen Ansatz, der die Stärken der Mitarbeiter fördert und sie unterstützt, ihre Karriereziele zu erreichen. Entsprechend wollen wir für unsere Mitarbeiter zuverlässige Zukunftsperspektiven schaffen und sie dabei unterstützen, sich fachlich, aber auch persönlich weiterzuentwickeln. Dabei setzen wir vor allem auf innerbetriebliche Weiterbildungsmaßnahmen wie zum Beispiel Meisterfortbildungen, aber auch regelmäßige Gespräche und Feedbackrunden.

Auch die zunehmende Komplexität unserer Anlagen fordert den Einsatz gut ausgebildeter Mitarbeiter. So setzen wir zum Beispiel für die Überwachung der Prozesse in den Raffinerien in den Mess- und Kontrollwarten sowie den täglichen Betrieb der Anlagen nur erfahrene Mitarbeiter ein, die bereit sind, ihren Wissensstand regelmäßig auszubauen. Dieses Wissen und ihre Erfahrungen geben sie wiederum im Rahmen ihrer täglichen Arbeit an junge Kollegen weiter. Diese erlernen im Laufe ihrer Ausbildung und den darauffolgenden Jahren die Besonderheiten und die Fahrweise jeder Anlage im Detail kennen. So stellen wir einen reibungslosen Betrieb unserer Anlagen sicher – und halten wichtiges Wissen innerhalb des Unternehmens.

Da wir bereits seit Jahren auf ein überwiegend elektronisches Schulungssystem setzen, hatte die COVID-19-Pandemie kaum Auswirkungen auf unsere Schulungsmaßnahmen im Geschäftsjahr 2020. Mithilfe unseres Schulungsmanagement-Informationssystems (SMIS-Datenbank) planen, koordinieren und dokumentieren wir alle Schulungsaktivitäten im Unternehmen.

Führten weltweit alle unsere Mitarbeiter die ihnen zugedachten Schulungen und Unterweisungen durch, so würden im Laufe eines Geschäftsjahres 23.760 Schulungen (Vorjahr: 23.304 Schulungen) erbracht. 2020 haben rund 893 unserer Mitarbeiter (Vorjahr: 1.020 Mitarbeiter) an den zumeist elektronisch verfügbaren Weiterbildungen teilgenommen und diese Zielgröße zu 93,2 % (Vorjahr: 94,4 %) erreicht. Der Gesamtschulungsumfang entsprach dabei rund 4.122 Schulungsstunden bzw. knapp 4 Stunden und 40 Minuten je Mitarbeiter.

Die Schulungsinhalte decken neben den klassischen Arbeitsbereichen unserer Standorte auch übergeordnete Themen, etwa zum Umweltschutz, zur Gesundheitsvorsorge oder zur sozialen und interkulturellen Kompetenz ab. Neue Inhalte können dabei je nach individuellem Bedarf der Tochtergesellschaften oder einzelner Abteilungen in das Schulungssystem eingestellt werden.

Der angegebene Schulungsumfang kann jedoch kein vollständiges Bild unserer Schulungsaktivitäten liefern. Nicht in unserem elektronischen Schulungssystem erfasst werden beispielsweise die gesetzlich vorgeschriebenen Unterweisungen für Gefahrstoffe. Diese sind laut Gefahrgutverordnung mündlich durchzuführen. Zudem werden noch weitere spezielle Unterweisungen durchgeführt, z. B. zum Anlagenbetrieb, die abseits des elektronischen Schulungssystems erfasst werden.

Gesundheitsschutz und
Arbeitssicherheit

Wie eingangs geschildert hat das Jahr besondere Anforderungen an die Fürsorgepflicht für unsere Mitarbeiter und an den Gesundheitsschutz gestellt. Entsprechend frühzeitig haben wir diese Verantwortung angenommen und unsere Mitarbeiter zu aktuellen Entwicklungen und Empfehlungen informiert. Konzernweit standen hier insbesondere die Führungsebenen in besonderer Verantwortung, die national geltenden Regelungen umzusetzen und für eine größtmögliche Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu sorgen.

Exemplarisch für die deutschen Standorte bedeutete dies, dass regelmäßige Newsletter die Mitarbeiter über die Umsetzung der Empfehlungen der Bundesregierung und des Robert Koch-Instituts informierten und klare Regelungen für betriebsinterne Abläufe festlegten. Ab Herbst sorgte ein „Corona-Leitfaden“ für unmissverständliche Vorgaben für die Zusammenarbeit an den Standorten. Bei Rückfragen spezifizierte eine Taskforce, bestehend aus den Führungs- und Personalverantwortlichen und unterstützt durch das betriebsmedizinische Personal, die nähere Umsetzung.

Begleitet wurde dies durch ein umfassendes Hygienekonzept, das von der frühzeitigen Beschaffung und Eigenherstellung von Desinfektionsmitteln bis hin zu der späteren Beschaffung von Schnelltests und der Implementierung eines entsprechenden Testkonzepts sämtliche Aspekte abdeckte.

Ergänzend schützten wir die Mitarbeiter in den Produktionsstandorten durch ein umfassendes Konzept zu mobilem Arbeiten, mit dem unsere IT innerhalb kürzester Zeit für eine maximale Effizienz auch abseits des gewohnten Arbeitsplatzes sorgte. Regelmäßige Videokonferenzen ersetzten dabei nicht nur die bisherigen persönlichen Meetings, sondern auch den sozialen Austausch unter Kollegen. Das „Treffen an der Kaffeemaschine“ wurde fortgeführt, nur eben virtuell.

Als Betreiber von Raffinerien und Produktionsanlagen kommt der Arbeitssicherheit im H&R-Konzern, auch im durch COVID-19 eingeschränkten Betrieb, eine große Bedeutung zu. Bei der täglichen Arbeit steuern, bedienen und warten viele unserer Mitarbeiter Maschinen und Anlagen. Darüber hinaus kommen in den Prozessen unserer Raffinerien verschiedene Stoffe zum Einsatz, deren Handhabung mit größter Sorgfalt erfolgen muss. Wir streben konzernweit einheitliche und über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende Sicherheitsstandards an. Dabei berücksichtigen wir die gesamte Wertschöpfungskette von der Lieferung des Rohstoffs bis zur Verwendung unserer Komponenten in den Produkten unserer Kunden.

Den deutschen gesetzlichen Anforderungen nach § 2 Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung Vorschrift 2 (DGUV V2) und § 5 Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) kommen wir an den beiden Raffineriestandorten durch den Einsatz von Fachkräften für Arbeitssicherheit nach. Organisatorisch unterstehen diese direkt der Raffinerieleitung und werden in ihrer Arbeit durch Sicherheitsbeauftragte unterstützt. Bei unseren internationalen Tochtergesellschaften richtet sich die Ausgestaltung und Zuständigkeit der Verantwortlichen im Bereich Arbeitsschutz an den Vorgaben der Occupational Health and Safety Administration (OHSA) im Rahmen der länderbezogenen gesetzlichen Bestimmungen aus.

Die Fachleute für Arbeitsmedizin und -sicherheit unterstützen durch die Durchführung geeigneter Maßnahmen bei der Prävention von Unfällen und Krankheiten. Dem dienen auch unsere Vorschriften zum Arbeitsschutz und zur Arbeitssicherheit. Viele der Maßnahmen, die wir im Bereich Arbeitssicherheit ergreifen, zielen darauf ab, das Bewusstsein der Mitarbeiter für potenzielle Gefahren zu schärfen – zu ihrem eigenen Schutz, aber auch zum Schutz ihrer Kollegen.

Ein Schwerpunkt in unserem standortübergreifenden Sicherheitskonzept ist daher die Fortbildung unserer Mitarbeiter: Wir führen regelmäßig Schulungen zu sicherheitsrelevanten Themen durch und verpflichten sämtliche Mitarbeiter, regelmäßig unser internetbasiertes Sicherheitsunterweisungssystem zu besuchen. Vor Aufnahme ihrer Tätigkeit und danach in regelmäßigen Abständen werden Mitarbeiter im Rahmen von Unterweisungen und Schulungen zu möglichen Sicherheitsrisiken, Gefährdungspotenzialen und dem sachgemäßen Umgang mit Gefahrenstoffen informiert und sensibilisiert.

Darüber hinaus sorgen regelmäßige Sicherheitsbegehungen, detaillierte Analysen etwaiger Schadensfälle, ein spezielles Reporting sicherheitsrelevanter Kennzahlen und eine aktive Einbeziehung der Geschäftsführung für eine konstante Verbesserung der Sicherheitsperformance. Jeder Mitarbeiter des H&R-Konzerns ist aufgefordert, alle Sicherheitsvorschriften im eigenen Arbeitsbereich konsequent mit der notwendigen Sorgfalt anzuwenden.

Auch die in unseren Werken tätigen Kontraktoren, Lieferanten und Transporteure werden in das Sicherheitskonzept eingebunden. So erhält jeder, der die Raffineriestandorte erst- oder einmalig ohne Begleitung eines H&R-Mitarbeiters befahren muss oder sich auf dem Gelände bewegen will, bereits beim Betreten des Geländes eine videobasierte Unterweisung in den für Kontraktoren gängigsten Sprachen. Die erfolgreiche Durchführung der Unterweisung wird in einer Datenbank hinterlegt.

Bei einem relevanten Ereignis, etwa mit Personen- oder Sachschaden bzw. Relevanz für den Geschäftsbetrieb, haben die unmittelbaren Führungskräfte und Sicherheitsverantwortlichen unverzüglich die für Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz zuständigen Stellen des Unternehmens zu informieren. Somit steht neben der Prävention vor allem die konsequente Nachbereitung von Ereignissen in einem besonderen Fokus der Arbeitssicherheit und wird durch einen Katalog an Maßnahmen adressiert. So stärken wir vor allem die Rolle des Sicherheitsbeauftragten, der gemeinsam mit den Betroffenen und den Führungsverantwortlichen Vorgänge systematisch und bezüglich ihrer Ursachen aufarbeitet. Auch die Arbeitnehmervertreter werden in diese Analysen miteinbezogen. Erkenntnisse finden ihren Eingang in Schulungsmaßnahmen – auch durch und mit den Betroffenen – und werden entsprechend proaktiv behandelt.

In unserer Unfallstatistik folgen wir seit Jahresbeginn 2019 nicht mehr wie bisher dem internationalen CONCAWE-Standard (CON-servation of Clean Air and Water in Europe), sondern haben uns die strengeren Standards der DGMK Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V. als Referenz gesetzt.

Wir weisen die Kennzahlen LWIF (Lost Workday Injury Frequency – Anzahl Arbeitsunfälle mit Ausfallzeit von mindestens einem Tag pro eine Mio. Arbeitsstunden) und LWIS (Lost Workday Injury Severity – Anzahl Ausfalltage pro Arbeitsunfall) aus. Dabei berücksichtigen wir sowohl unsere eigenen Mitarbeiter als auch unsere Kontraktoren. Wir setzen damit wesentlich strengere Maßstäbe an, als es z. B. die deutschen Berufsgenossenschaften fordern.

Im vergangenen Jahr haben sich unsere Sicherheitsmaßnahmen deutlich besser bewährt als in der Vergangenheit: Der LWIF-Wert unserer Raffinerien lag 2020 bei 5,7 (Vorjahr: 2,0), und damit erstmals wieder auf dem schlechteren Niveau der Vorjahre. Die Unfallschwere nach LWIS hingegen ist im gleichen Zeitraum signifikant gefallen.

Unser System aus umfangreicheren Schulungsmaßnahmen, regelmäßigen Unterweisungen und täglichen Rundgängen der Standortverantwortlichen durch die Raffinerien bauen wir aus. Auch setzen wir dabei auf unsere gut geschulten eigenen Mitarbeiter, die das eigene gelebte Bewusstsein eines aufmerksamen und sicheren Umgangs in den Standorten, sobald persönlicher Umgang wieder ohne größere Vorsichtsmaßnahmen möglich ist, auch an die Kontraktoren weitergeben sollen.

Neben der Auswertung der Arbeitssicherheit bewerten wir auch die bei H&R implementierten Produktionsprozesse und Verfahrensabläufe. Hierunter verstehen wir die systematische Analyse aller relevanten Produktionsverfahren bis zur Schadensanalyse nach aufgetretenen Ereignissen. Das heißt, wir untersuchen, wie fehleranfällig unsere Prozesse sind bzw. mit welcher Zuverlässigkeit sie fehlerfrei durchgeführt werden. Unsere Performance im Bereich Prozesssicherheit messen wir seit Anfang 2011 mit der Kennzahl PSE (Process Safety Events), zu deren Ermittlung wir die für die Sicherheit unserer Prozesse relevanten Ereignisse pro eine Mio. Arbeitsstunden erfassen. Den Aussagewert unserer Ergebnisse stellen wir ebenfalls durch den Vergleich mit dem Referenzwert des DGMK sicher, der für 2020 erneut bei 0,17 lag.
Für die beiden Raffineriestandorte erreichten wir im Jahresdurchschnitt einen PSE von 0,10. Seit Beginn der Erfassung der PSE waren wir damit konstant besser als die Referenzstandards der CONCAWE (bis 2018) und DGMK (ab 2019).


Antworten von
Niels H. Hansen

Niels H. Hansen leitet die Geschicke der H&R GmbH & Co. KGaA seit Mitte 2019 als alleiniger Geschäftsführer.

Wenn Sie auf das Jahr 2020 zurückblicken, was sind Ihre ersten Gedanken?

NHH Wie kann etwas so winziges, so große Auswirkungen haben. Ich glaube man kann zurecht sagen, dass keiner von uns etwas Vergleichbares erlebt hat. Umso erfreuter bin ich, dass wir als H&R diese schwierigen Zeiten gemeinsam so gut gemeistert haben – und als Unternehmen und Team noch weiter zusammengewachsen sind.