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Wir wollen, dass unsere Produkte
bei bestimmungsgemäßem Gebrauch
und über den gesamten Lebenszyklus
sicher sind – von der Forschung
über die Produktion, Vermarktung
und Anwendung beim Kunden bis zur
Entsorgung.

Unbedenklichkeit und Umweltverträglichkeit
der Produkte

Das Geschäftsfeld von H&R, die Produktion rohölbasierter Spezialitäten, ist ein sehr besonderes. Wir stellen aktuell Produkte auf Basis eines fossilen Einsatzstoffs her, die in den verschiedensten Branchen eingesetzt werden. Umso wichtiger ist es für uns, unsere Verantwortung gegenüber der Umwelt, unserer Nachbarschaft sowie unseren Geschäftspartnern und Mitarbeitern wahrzunehmen und Produkte herzustellen, die in ihrem Gebrauch sicher und so umweltverträglich wie möglich sind. Dabei sind ein sparsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen und der Einsatz umweltverträglicher, energiesparender und sicherer Produktionsverfahren unabdingbar. In der gesamten H&R-Gruppe ist es daher die gemeinsame Aufgabe aller Mitarbeiter, kontinuierlich nach Möglichkeiten zu suchen, die Umweltauswirkungen unserer Prozesse, Produkte und Dienstleistungen sowie im eigenen Arbeitsumfeld zu reduzieren. Entsprechend berücksichtigen wir bei unseren Herstellprozessen und Prozessanlagen, wo immer möglich und sinnvoll, den neuesten Stand der Technik und eine schonende Nutzung der Ressourcen.


UMSTELLUNG DES PRODUKTPORTFOLIOS
LANGFRISTIG ANVISIERT

Mit unserer „3-Säulen-Strategie“ haben wir den Schritt von den bislang überwiegend fossilen Rohstoffen hin zu mehr Nachhaltigkeit eingeleitet. Ersten realisierten Projekten wie unserer Wasserstoffelektrolyseanlage am Standort Hamburg werden weitere Innovationsprojekte folgen: Durch die Erzeugung von Kohlenwasserstoffverbindungen auf Basis von grünem CO2 und grünem Wasserstoff streben wir nicht weniger an als eine Transformation der chemischen Industrie und eine Umstellung unseres Produktportfolios auf biobasierte oder synthetisierte Qualitäten. Projektnamen wie CO2NVERSION oder NextGate beschreiben den Aufbruchcharakter und haben als Gewinnerprojekte des „Ideenwettbewerbs Re-allabore der Energiewende 2019“ eine reelle Chance auf signifikante Förderungen.

SICHERE PROZESSE GEWÄHRLEISTEN UNBEDENKLICHKEIT
DER PRODUKTE IM KONTAKT MIT MENSCHEN

Unsere Produkte finden in vielen Industrien und nahezu allen Lebensbereichen Anwendung, zum Beispiel in der Lebensmittel- und der Verpackungsindustrie, aber auch im kosmetischen und pharmazeutischen Bereich. In der Lebensmittelindustrie werden beispielsweise Käserinden mit Paraffin überzogen, um den Käse vor dem Austrocknen zu schützen. Die Verpackungsmittelindustrie nutzt Paraffine u. a. zur Beschichtung der Innenseiten von Tetrapaks. In Kosmetikprodukte wie Cremes und Salben fließen medizinische Weißöle ein. Unsere Produkte kommen somit über die Endprodukte, in denen sie Anwendung finden, mit Menschen direkt in Kontakt. Daher ist es besonders wichtig, dass sie über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg unbedenklich und gesundheitlich unschädlich sind.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen zwar: Rohölbasierte Rohstoffe haben ein geringeres Allergiepotenzial als andere natürliche Produkte. Zudem werden in kosmetischen Produkten nur hochraffinierte und den Reinheitsanforderungen für Arzneimittel entsprechende Mineralöle und mikrokristalline Wachse eingesetzt. Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand sind aus Sicht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) daher für Verbraucher keine gesundheitlichen Risiken bei der Anwendung mineralölbasierter kosmetischer Mittel zu erwarten. Nichtsdestotrotz tragen wir mit unseren Bemühungen um biobasierte und synthetisierte Qualitäten dem Umstand Rechnung, dass unsere Abnehmerbranchen diese Produkte zunehmend von uns einfordern und gleichzeitig die gleichen Eigenschaften wie bei ihren bislang mineralölbasierten Rohstoffen erwarten.

Die Unbedenklichkeit unserer Produkte stellen wir zum einen sicher, indem wir alle Abläufe zur Produktentwicklung und -prüfung in unserem Labordaten-Informationsmanagementsystem (LIMS) abbilden. Zum anderen wenden wir internationale Standards wie Advanced Product Quality Planning (APQP) sowie standardisierte interne Freigabeprozesse an. Entspricht ein Produkt nicht den technischen oder gesetzlichen Vorgaben oder erfüllt nicht die vom Kunden vorgegebene Spezifikation, wird keine Freigabe erteilt. Erst wenn alle Anforderungen ausnahmslos erfüllt werden, erfolgt die Auslieferung an den Kunden. Ein Beispiel für solche eine Betrachtung über den gesamten Lebenszyklus ergibt sich  aus dem Automobilbereich. Der Einsatz von kennzeichnungsfreien Weichmachern, etwa im Innenbereich des Fahrzeugs erfordert sogenannte „Low Fogging“-Produkte, die sich dadurch auszeichnen, dass sie weder Geruch noch andere rückstandshaltige Dämpfe ausdünsten.

SCHUTZ DER UMWELT DURCH
HÖCHSTE QUALITÄTSANFORDERUNGEN

Darüber hinaus haben wir uns in den vergangenen Jahren auf die Entwicklung von Produkten konzentriert, die höchsten Qualitätsanforderungen gerecht werden und im Endprodukt zur Schonung der Umwelt beitragen. Diese Produkte bieten entweder eine Alternative zu Produkten mit umweltschädlichen Inhaltstoffen oder leisten durch ihre Verwendung einen Beitrag zum Umweltschutz. Die in unseren Raffinerien produzierten Weißöle sind zum Beispiel Bestandteil von Pflanzenschutzmitteln, deren Verwendung den Ertrag von nachwachsenden Rohstoffen erhöht. Produkte aus heimischen Holzsorten werden durch den Einsatz unserer Paraffine wetterbeständig, sodass durch ihre Verwendung intensive Abholzungen unnötig werden. In der Automobilindustrie substituieren unsere innovativen Kunststoffprodukte zunehmend Metallteile und helfen über die so erzielte Gewichtseinsparung den Kraftstoffverbrauch von Fahrzeugen weiter zu reduzieren. Gleichzeitig fällt auch die Energiebilanz ihrer Erzeugung deutlich besser aus als die vergleichbarer Metallkomponenten.

Nichtsdestotrotz fallen an unseren Produktionsstandorten in Salzbergen und Hamburg im Produktionsprozess Rückstände an. Durch den Einsatz unserer Propan entasphaltierungsanlagen können wir diese Rückstände wirtschaftlich und zum Nutzen der Umwelt weiterverarbeiten und in rohölbasierte Spezialitäten wie Paraffine sowie einen Asphalt umwandeln, der in der Straßenbauindustrie Anwendung findet und über unser Joint Venture NordBit mit dem Hamburger Unternehmen Mabanaft vertrieben wird. 2020 dienten die Rückstände aus unseren Raffinerien aber verstärkt auch anderen Raffineriebetreibern wieder als Rohstoff, als sogenanntes Cracker-Feed. Dieses Vorgehen reflektiert unser Bestreben, mithilfe unserer F&E-Aktivitäten den Anteil an Nebenprodukten bzw. der Produkte, die am Ende verbrannt werden, so weit wie möglich zu reduzieren.

Wir setzen die Anforderungen des Chemikalienrechts der Europäischen Union,  REACH, um. Auf lokaler Ebene sind wir bereits 2014 dem Kompetenz- und Unterstützungsnetzwerk REACH Hamburg beigetreten. Es unterstützt regionale Wirtschaftsakteure bei der Erfüllung der Aufgaben und Pflichten unter REACH und dient zugleich dem Aufbau von Strukturen, die die REACH-Kompetenzen bei allen beteiligten Akteuren stärken und so eine effiziente Umsetzung fördern.

Für 2020 sind uns keine Verstöße gegen rechtliche Vorschriften und Auflagen oder Kennzeichnungspflichten bekannt. Gleichwohl können wir Risiken, die sich aus dem Betrieb von Industrieanlagen (und damit auch unseren Raffinerien und unseren Produkten) ergeben, nicht zu 100 % ausschließen. Um den Schutz der Standorte, aber zugleich auch der Anlieger zu gewährleisten, betreiben wir z. B. an den Standorten eigene Werksfeuerwehren bzw. stehen in engem Kontakt zu den örtlichen Einsatzkräften. Regelmäßige Übungen sichern die reibungslose Zusammenarbeit.

Antworten von
Niels H. Hansen

Niels H. Hansen leitet die Geschicke der H&R GmbH & Co. KGaA seit Mitte 2019 als alleiniger Geschäftsführer.

Welche Projekte werden Sie im laufenden und im kommenden Jahr besonders beschäftigen?

NHH Aufgrund der Corona-Pandemie mussten wir einige Projekte zurückstellen. Diese werden wir zügig angehen und umsetzen. Ein Projekt, das uns besonders am Herzen liegt und das wir auch zukünftig mit Hochdruck verfolgen werden, ist die Herstellung grüner Endprodukte. Dazu werden wir eine Pilotanlage für ein Power-to-Liquid-Verfahren in der Hamburger Raffinerie bauen, die es uns ermöglicht, aus selbst produziertem Wasserstoff und biogenem Kohlenstoff grüne Wachse und Kraftstoffe (e-Fuels) klimaneutral zu erzeugen. Und auch die Reallabore, die es uns ermöglichen, neue grüne Technologien praxisnah zu testen, werden wir weiter vorantreiben, z. B. am Standort Salzbergen.